Der Traum vom perfekten Team-Basketball / BBV Brinkum schließt Verbandsliga Saison als Dritter ab
Spielbericht im Weser Kurier - Regionale Rundschau
BRINKUM. Im letzten Spiel der Saison war es endlich soweit. Der BBV Brinkum hatte den Vizemeister United Baskets Bremerhaven am Rande einer Niederlage, agierte mit Biss, spielte mit Köpfchen, präsentierte sich als echte Einheit. „In diesem Spiel“, sagt BBV-Kapitän Patrick Weber, „in diesem Spiel sind wir der Idealvorstellung unseres Trainers von Basketball nahe gekommen.“
Dass die Begegnung letztlich knapp mit 79:83 verloren ging? Kein Problem. Der BBV Brinkum beendete die Verbandsliga- Saison 2006/2007 in dem Bewusstsein, eine tolle Serie gespielt zu haben. Zwölf Siege bei nur sechs Niederlagen, Platz drei im Endklassement – „damit dürfen
wir mehr als zufrieden sein“, stellt Weber fest. Von einem Platz unter den besten Drei hatte das Team im vergangenen Sommer nicht mal geträumt. Nach der verheerenden Vorjahresbilanz (nur ein Sieg) wäre man mit einem ausgeglichenen Punktekonto schon zufrieden gewesen. Eine Verbesserung aber, so viel war klar, musste sein. Denn dafür hatte sich personell zu viel Gutes getan. Vom Oberliga-Absteiger und Nachbarn SC Weyhe kehrten Oliver und Thorsten Spitzer, Toni Hesse und Weber selbst zu ihrem alten Verein zurück. Vom TSV Bassum schloss sich Christian Stubbemann dem Klub an, vom Oberligisten TSV Lesum wechselte der Seckenhauser
Moritz Hartmann zum BBV. Weber: „Damit hatten wir einen 16er Kader.“ Einen 16er Kader, qualitativ unheimlich aufgewertet. Wie gut, zeigte sich erst im Laufe der Saison. Zum Beispiel bei Stubbemann: Mit einem Punkteschnitt von 20,8 war der Bassumer der Top-Scorer. „Ein klasse Mann“, sagt Weber, „wenn er frei steht, dann trifft er mit traumwandlerischer Sicherheit.“ Bis sich die Gegner auf Stubbemann eingestellt hatten, hatte dieser meist schon seine 18 bis 20 Punkte zusammen. Beispiel Moritz Hartmann: Der Bremer Jugendauswahlspieler traf immer zweistellig, in der Schlussphase der Saison war der 1,94 Meter große Flügelmann sogar regelmäßig für 20+x Punkte gut. Beispiel Kevin Sterthues: Der U18-Spieler drängte sich in der Rückrunde mehr und mehr in den Vordergrund. Der Aufbau muss als „Einser“ zwar noch vieles lernen, zum Beispiel das Führen einer Mannschaft, aber eine ungeheure Defensivstärke und flinke Beine machen den Blondschopf zu einem Hoffnungsträger. Stichwort Hoffnungsträger: Der Hoffnungsträger ist in Brinkum kein Spieler, sondern der Trainer: Jens Hotze. „Er hat hier kontinuierlich was aufgebaut, er hat uns dorthin gebracht, wo wir jetzt stehen“, sagt Weber, der bis zur Verpflichtung von Hotze mitMichael Valentine das Team als Duo gecoacht hatte. „Am Anfang haben wir den Trainer manchmal zur Verzweiflung getrieben“, weiß Weber, „aber nach und nach haben wir das umgesetzt, was der Trainer sehen will.“ Wie im United-Spiel. Und was will der ehemalige Bremer Landesauswahltrainer sehen? „Sauberen Team-Basketball. Er will, dass wir die Basics, also die
Grundlagen, beherrschen“, sagt Weber. Und deshalb steht in jedem Training das Passen, Dribbeln
und Werfen auf dem Programm. Passen, Dribbeln und Werfen. Immer wieder. Das wirkt zwar mitunter etwas eintönig, geschieht aber zurecht. „Denn da haben wir noch Nachholbedarf“, gibt Weber zu und fragt: „Was nützen uns Systeme, wenn wir den Ball nicht ordentlich passen und fangen können?“ Sein Programm, das auf einer erstklassigen Fitness fußt, zieht Hotze eisern durch. Oder wie esWeber ausdrückt: „Er macht uns ganz schön lang.“ Auf Absagen beim Training, etwa weil zeitgleich Werder in der Champions League spielt, reagiert der Trainer allergisch. „Das mag er gar nicht.“ Dafür ist er zu ehrgeizig und hat seineMannschaft damit inzwischen angesteckt. „In der nächsten Saison wollen wir noch mehr Siege als in diesem Jahr erreichen“, gibt der Kapitän vor. Dass dafür in der Vorbereitung entsprechend gepowert werden muss, wird mittlerweile von den meisten Spielern akzeptiert. In einer ersten Teamsitzung haben 20 Akteure ihre Bereitschaft signalisiert, in der kommenden Saison für den BBV Gas geben zu wollen. Weber: „DasGrundgerüst steht.“ Ob damit schon der große Wurf gelingen kann? „Abwarten“, sagt Weber, „mal schauen, wie stark die Liga 2007/2008 ist.“ Vom Aufstieg redet der Kapitän nicht. Aber von Platz drei hatte im vergangenen Sommer ja auch niemand geredet…
Dieser Eintrag wurde am 23. April 2007 um 21:15 verfasst und befindet sich in 1. Herren, News. Sie können alle Antworten zu diesem Eintrag über den Feed RSS 2.0 mitverfolgen. Hinterlassen Sie eine Antwort oder einen Trackback-Link zu Ihrer eigenen Homepage.